Ein Strafgefangener schreibt über Freude und Trauer in der Therapie

«Das Jahr war für mich ein Jahr mit vielen Emotionen von Glück und Trauer. Die Trauer ist in dem Sinne, dass ich meine 4 Therapiehunde verlor. Nala Fee, die mich gelehrt hat, dass man nicht alles auf dem Silbertablett serviert kriegt. Dann ist da noch Indira, sie hat mich die Verbindung, das absolute Vertrauen gelehrt. Ich habe durch sie vieles gelernt. Filia hat mich nur kurz begleitet, aber sie war auch ein wunderbarer Hund gewesen, da bin ich dankbar. Zum Schluss ist da Enzia, mein erster Hund. Sie hat mich ohne Verurteilung willkommen geheissen. Das werde ich nicht wieder vergessen: ihre Augen bei der ersten Begegnung.»

Quelle: P. Schulthess

Eine Mutter erzählt

«Von der Möglichkeit, einem behinderten Kind, durch Erlebnisse mit einem ausgebildeten Hund/Therapeuten-Team neue Erfahrungen und damit eventuell , neue Entwicklungsschritte zu ermöglichen, haben wir zufällig erfahren. Hans’* Fortschritte der letzten Monate sowie positive Veränderungen in seiner Persönlichkeit vor allem auch im im emotionalen Bereich haben unsere Erwartungen übertroffen und bestätigen uns die seit Jahren bekannte, und auch in der Literatur dokumentierte Erkenntnis, dass Tiere, insbesondere Hunde, wertvolle Therapiebegleiter sind. Natürlich können Frau Germann und Amelia Logopädie und Heilpädagogik nicht ersetzen, aber die Anwesenheit Amelias, ihr Wesen und ihre typisch tierischen Eigenschaften wie unendliche Geduld, Nähe, «Verständnis» usw. öffnen andere, zusätzliche «Lernkanäle», unterstützen und fördern damit die Persönlichkeit des Kindes.

Hans hat im emotionalen Bereich seinen Entwicklungsrückstand teilweise aufholen können, konkret zeigt er viel mehr Gefühle, kann besser auf seine Bezugspersonen zugehen und hat einen viel besseren Blickkontakt zu ihnen als noch vor einigen Monaten. Damit wird er sich in verschiedensten Lebenssituationen sozial besser integrieren können. Gerade der sehr seltene Blickkontakt war seit der Babyzeit eine von Hans› typischen Wesensmerkmalen und weder durch Elternliebe noch durch die bekannten, konventionellen Therapien spürbar beeinflussbar. Ferner hat Hans vor einigen Wochen endlich zu sprechen angefangen und sein lange Zeit nur passiv vorhandener Wortschatz wird nun fast täglich um neue gesprochene Worte erweitert.»

September 2004, *Name geändert

Schüler berichten 

Lernende der ersten bis zur dritten Klasse schreiben über ihre Schulhunde:

(Jede Farbe eine Schulklasse)

Was gefällt mir in der Schule mit Filia oder Enzia?

  • Mir gefallen die Spiele
  • Alles
  • Leckerli geben
  • Dass wir viel über Hunde lernen
  • Wir lernen was gut und schlecht für Hunde ist
  • Dass Filia einmal in der Woche zu uns kommt
  • Die Filia schleckt mich ab
  • Sie folgt und macht gut mit. Sie ist so süss und nett
  • Wer Angst hat, hat dann keine Angst mehr, wegen dem Hundebesuch
  • Ich kann mich besser konzentrieren
  • Mir gefällt, dass wir E streicheln dürfen
  • Den Kanal finde ich sehr gut mit Enzia
  • Mir gefällt, dass Enzia so ein ruhiger Hund ist
  • Dass wir viele Spiele machen
  • Ich finde es sehr schön, dass wir von Enzia lernen
  • Ich kann mich besser konzentrieren
  • Man kann Enzia streicheln und kann mit Enzia auch Spiele machen
  • Ich finde robben schön
  • Mir und Filia gefällt die Streichelrunde
  • Mir gefällt’s wenn, wenn wir mit Filia Übungen und Spiele machen
  • Mir gefällt es einfach, dass wir so viel mit Filia machen und ich glaube, Filia gefällt es auch, dass sie so viel mit Kindern machen kann
  • Mir gefällt alles. Am besten gefällt mir die Streichelrunde
  • Mir gefällt die Streichelrunde
  • Mir gefällt es, wenn wir die Spiele machen

Wo hilft Filia oder Enzia in der Schule mit?

  • Wenn ich nicht drauskomme, muss nur Filia vorbeikommen und mir kommt es wieder in den Sinn
  • Sie hilft mir nicht so
  • Sie bringt mir Freude und Spass mit
  • Wenn ich am Boden arbeite und schnell den Arbeitsplatz verlasse, bleibt sie da und ich weiss dann wieder wo ich gearbeitet habe
  • Ich weiss dann wie ich reagieren soll, damit sie sich bei uns wohl fühlt
  • Der Hund hilft mir mega fest
  • Sie hilft mir, dass ich mich nicht ablenken lasse. Ohne Enzia kann ich mich nicht gut konzentrieren
  • Enzia hilft mir in der Schule wenn sie kommt
  • Sie hilft mir wie man mit Hunden umgeht
  • Ich kann besser aufpassen
  • Ich habe keine Angst mehr vor Hunden
  • Mir hilft sie, dass ich mich mit anderen Hunden besser verstehe und dass ich bei einem fremden Hund weiss, wie ich ihn streicheln muss
  • Sie hat mir geholfen zu lernen, dass, wenn ich etwas esse und ein Hund kommt, dass ich das Essen auf den Boden fallen lassen muss
  • Mir hat sie geholfen, dass mir andere Hunde nichts machen können
  • Mir hat sie geholfen, dass ich nicht mehr vor Hunden Angst habe
  • Mir hat sie geholfen, wenn ein Hund auf mich loskommt, dass man dann das Päckli machen muss

Was ist anders in der Schule mit Filia oder Enzia als ohne Hund?

  • Alles
  • Es geht so, nicht so grosse Veränderung
  • Macht mehr Spass mit Hund
  • Wenn der Hund nicht da ist, lernen wir nichts über den Hund
  • Wenn der Hund da ist, haben wir 2 Lehrpersonen. Finde ich super!
  • Wir machen mehr Spiele im Unterricht
  • Ohne Hund haben wir nur Deutsch und Mathe
  • Ohne Hund ist es langweilig
  • Wenn die Filia nicht in die Schule kommen würde, würde ich auch nicht in die Schule kommen
  • Wenn Filia nicht kommen würde, wäre es langweilig, weil ich schon alles weiss, was wir in der Schule machen
  • Ich finde es besser, wenn der Hund nicht da ist, sondern wenn der Therapiehund den bedürftigen Menschen hilft
  • Wenn Filia da ist, kommt ein anderes Gefühl aus mir heraus
  • Es gefällt mir, weil ich zuhause keinen Hund darf, aber in der Schule einen
  • Wenn Enzia kommt, kann ich mich besser konzentrieren
  • Ich kann besser konzentrieren
  • Wenn sie da ist, ist es schön. Wenn der Hund nicht da ist, ist es ruhiger
  • Ich finde es sehr unruhig wenn Enzia hier ist, aber ich kann mich besser konzentrieren
  • Ohne Hund müssen wir uns viel mehr konzentrieren und mit Enzia gibt uns Frau E.W.² nicht so schwierige Aufgaben
  • Ich fühle mich immer so wohl wenn Enzia da ist
  • Dass ich nicht traurig sein muss
  • Es ist viel ruhiger
  • Sonst lernen wir nicht, wie wir mit Hunden umgehen müssen
  • Wir wüssten dann nicht, dass wir zum Beispiel den Hund nicht am Kopf streicheln dürfen oder wie man die Hand zum Erkennen hinstrecken muss
  • Wenn Filia kommt, dann können wir auch über Hunde etwas lernen
  • Wenn Filia nicht mehr kommen würde, dann wäre die ganze Klasse traurig
  • Wenn Filia nicht hier ist, kann man in der kleinen Pause mehr Ballspiele machen
  • Wenn wir Filia streicheln, weiss sie, dass wir sie im Herz gern